Joss Stone und Dave Stewart von Eurythmics sind ein Paar
Dienstag, 06. Dezember 2011 um 21:45 Uhr
LP1Für ihr fünftes Album "LP1" hat sich Joss Stone Unterstützung geholt: Dave Stewart von den Eurythmics und Joss Stone sind ein musikalisches Paar.
Vor ungefähr einem Jahr war Joss Stone, die Grammy-ausgezeichnete Sängerin, zu Hause in ihrem Heimatort Devon in England, als ein Bekannter vorbeikam und ihr von seinem Vorhaben erzählte, nach Spanien zu fahren, um an seinem Boot zu arbeiten. "Ich hatte die Woche über noch nichts vor, also beschloss ich, mit ihm zu fahren", sagt Joss. "Ich holte meinen Van, den ich Janis nenne, und wir fuhren nach Spanien. Bevor ich mich versah, sind aus einer Woche vier Monate geworden, in denen wir überall gewesen sind! Der Van ist inzwischen kaputt gegangen, und wir sind wieder zuhause."
Joss' natürliche Fähigkeit, auf ihren Instinkt zu hören und danach zu handeln, hat sie an den Punkt ihrer Karriere gebracht, an dem sie jetzt steht. Mit 24, in einem Alter, in dem die meisten Künstler erst damit beginnen, sich selbst zu beweisen, ist Joss bereits seit bald zehn Jahren ein Star. Und jetzt, nachdem sie ihr eigenes Label gegründet und ihr nunmehr fünftes Album "LP1" veröffentlicht hat, übernimmt sie selbst den Platz am Steuer und gibt die Richtung an. "Kennt ihr Leute, die sagen ‚Ich würde gern ein Baby bekommen‘, oder ‚Ich würde gern ein Jahr lang herumreisen‘ oder ‚Ich möchte ein Haus bauen‘, aber dann meinen, jetzt sei nicht der richtige Zeitpunkt?", fragt Joss. "Ich sage euch: Macht es einfach. Steigt in den Wagen und fahrt los. Alles andere wird sich darum herum ergeben."
Joss Stone ist von Soul-Musik besessen, seit sie ein kleines Mädchen ist. Im frühen Teenager-Alter beginnt sie bereits intuitiv damit, ihre zugleich ernste und strahlende Stimme zu verfeinern, indem sie "Aretha Franklin's Greatest Hits" mitsingt. Mit dreizehn macht sie den ersten Versuch, eine Sängerkarriere anzustreben und bewirbt sich für die britische Talentshow "Star For a Night". Dies führt tatsächlich zu ihrem ersten Plattendeal und dem Release ihres Albums "The Soul- Sessions", das ihr 2003 den Durchbruch bringt. Der Nachfolger "Mind, Body and Soul" bringt die Schwungkraft der Musik weiter nach vorne und begeistert die Kritiker, was Joss 2004 gleich drei Nominierungen für den Grammy einbringt, darunter für den als "Best New Artist". Aber es ist ihr drittes Album, das 2007er "Introducing Joss Stone", das Menschen weltweit begeistert und, unabhängiger als die Vorgänger, weniger vollgepackt zu überzeugen weiß. Ihre ersten drei Alben verkaufen sich zusammen über 11 Millionen Mal.
Stone ist schon immer eine Rebellin gewesen, ob sie nun barfuss auf der Bühne steht, ihr Haar bunt färbt oder ganz frei über die Dinge spricht, die sie beschäftigen. Was ihre Fans an ihr lieben, ist nicht nur ihre Musik, sondern auch, dass sie eine Individualistin ist, die immer ihren Instinkten folgt. Dieser starke innere Kompass bringt sie letztlich auch dazu, sich von ihrer Plattenfirma EMI zu trennen und ihrem eigenen Weg zu folgen. "Es gibt auf der Welt niemanden, der mir erzählt, wie ich Musik machen soll, wie ich selbst sein soll", erklärt Joss. „Anfangs hilft es, begleitet zu werden, aber man gelangt irgendwann an einen Punkt, an dem man sich denkt, jetzt stoße ich es selber an, und genau da bin ich jetzt."
Joss‘ Drang nach Freiheit beginnt mit ihrem letzten Album „Colour Me Free“, das sie 2009 ganz spontan innerhalb von einer Woche im Club ihrer Mutter aufnimmt. Lachend erzählt sie: “Wir hatten dort überhaupt nichts. Wir mussten Wände einreißen, um das Equipment hereinzubringen, nahmen in unterschiedlichen Räumen auf. Wir konnten uns gegenseitig nicht hören, aber wir hatten sehr viel Spaß!“
Auch dieses Mal ging Joss mit einer ähnlichen „komme-was-wolle“-Einstellung an die Aufnahmen, allerdings mit etwas mehr Erfahrung und Raffinesse. „Wir haben das Album in der gleichen Zeit aufgenommen – nur eine Woche im Studio in Nashville. Aber dort hatten wir alles, was man sich nur vorstellen konnte. Techniker für das Equipment. Die richtigen Geräte. Einen Kühlschrank fürs Bier.“
Ihr neues Album „LP1“, das von Dave Stewart, seines Zeichens Gründer und Gitarrist der Eurythmics, produziert worden ist, unterscheidet sich von allem, was man zuvor von Joss gehört hat. Vom Piano geleiteter Country-Rock mischt sich mit ihrer unvergleichlichen gefühlvollen Stimme und dem reinen Sound von Traditional Blues und Country.
Wenn Joss an die Zukunft denkt, sieht sie nichts als Möglichkeiten. „Ich habe mich immer gefragt, ob ich auch diese Musik oder jene Musik machen könnte. Wie würde es sich anhören? Jetzt, wo ich etwas aus der Groove/Soul Ecke herauskomme, denke ich, wow, das hört sich cool an. Was könnte ich sonst noch machen? Ich möchte keine Person sein, die sicher in einer stagnierenden Welt lebt. Ich möchte Dinge tun, die mir Angst machen.“
Diese Furchtlosigkeit ist Joss‘ Markenzeichen, die sie aber mit ihrer Erfahrung und ihrem Selbstvertrauen bekräftigen kann. „Nicht jeder wird alles mögen, was ich mache, aber darüber mache ich mir keine Gedanken mehr“, sagt die Sängerin mit einem Lachen. „Wenn es dir gefällt, cool! Wenn nicht, auch cool. So oder so, ich werde weitermachen.“
Ich freue mich, dass wir Dir jetzt drei Titel aus dem aktuellen Album „LP1“ von Joss Stone spielen können. Höre zunächst die erste Singleauskopplung „Karma“, danach „Last One To Know“ und im Anschluss „Somehow“.
Bild: Dave Stewart
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