Schwullesbische Studenten schreiben offenen Brief an Bundespräsident Wulff
Mittwoch, 01. September 2010 um 07:07 Uhr
BRIEF(PRIDE1.de/ml/pm) Die Bundeskonferenz der schwulen, schwullesbischen und queeren Referate und Hochschulgruppen haben einen offenen Brief an Bundespräsident Christian Wulff (CDU) geschickt und ihn damit nach dessen Haltung zur Homosexualität gefragt.
Wulf habe sich zwar bisher nicht öffentlich homophob geäußert und in der Vergangenheit sogar ein Grußwort an das schwul-lesbische „Braunschweiger Sommerloch-Festival“ gerichtet, seine Mitgliedschaft im Kuratorium von „Pro Christ“ irritiert die Verfasser jedoch. „Pro Christ“ kritisiert eine „gelebte Homosexualität“ – Christian Wulffs Mitgliedschaft im Kuratorium von „Pro Christ“ steht daher im Gegensatz zu seinem bisherigen Engagement für Lesben und Schwule.
Den genauen Wortlaut des Briefes findest Du hier:
Sehr geehrter Herr Bundespräsident Wulff,
als Bundeskonferenz der schwulen, schwullesbischen und queeren Referate und Hochschulgruppen möchten wir Ihnen herzlich zu Ihrer Wahl zum Bundespräsidenten gratulieren.
Gleichzeitig möchten wir Sie bitten, uns über Ihre Einstellung zu Homosexualität aufzuklären. Das Interesse an Ihrer Position hierzu resultiert aus Ihrem Engagement im Kuratorium von „Pro Christ“ und ihrer Rede im Bibelzentrum Bad Gandersheim auf Einladung des „Arbeitskreises christlicher Publizisten“ (ACP).
Zwar haben Sie sich in der Vergangenheit, zumindest nach unserem heutigen Kenntnisstand, öffentlich nicht homophob geäußert und haben auch Grußworte u. a. an das schwul-lesbische „Braunschweiger Sommerloch-Festival“ gerichtet. Doch die Vereinigung „Pro Christ“ kritisiert „gelebte Homosexualität“ und Ulrich Parzany, Führungsfigur von „Pro Christ“, hat in einem Gespräch mit Volker Beck laut Zeit.de2 gesagt, dass „es Fachleute [gebe], die die Möglichkeit sehen, dass Menschen ihre homosexuellen Neigung verändern und dass da Hilfe möglich ist“
Aktuell haben wir erfahren, dass Sie Ihre Mitgliedschaft im Kuratorium von „ProChrist“, wie auch die in anderen Organisationen, für Ihre Amtszeit als Bundespräsident ruhen lassen. Doch aufgrund Ihres langjährigen Engagements dort, das unserer Meinung nach in einem Spannungverhältnis zu ihrem sonstigen Engagement im schwul-lesbischen Bereich steht, würden wir Sie um eine Stellungnahme bezüglich Ihrer Einstellung zu Homosexualität und die von vielen christlichen und evangelikalen Gruppen vertretenen Konversionstherapien bitten.
Mit freundlichen Grüßen,
Florian Krause
-Bundeskoordinator-
Foto:(cc)Michael Panse,flickr.com
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