Freitag 18.05.2012 04:49:22
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Empörung über Preisvergabe an homophobe Aktivisten

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altKRITIK

(PRIDE1/td) Zwei Organisationen, die vorgeben, Homosexuelle "heilen" zu können, sollen am 22. Otkober mit einem Preis ausgezeichnet werden. Der Lesben- und Schwulenverband kritisiert die Auszeichnung scharf und spricht von einem "Preis für Hass".




Wie der Lesben- und Schwulenverband (LSVD) mitteilt, wird laut Medienberichten „Die Christliche Bildungsstiftung“ erstmals einen Förderpreis an homophobe Aktivisten vergeben. Die Bildungsstiftung steht der evangelikalen KSBB (Kirchlichen Sammlung um Bibel und Bekenntnis in Bayern) nahe und vergibt am 22. Oktober einen Preis an Dr. Christl Vonholdt vom Deutschen Institut für Jugend und Gesellschaft (DIJG) und Markus Hoffmann von "Wüstenstrom".  Der Preis ist mit jeweils 1000 € dotiert. Laudatoren sind die Philosophieprofessorin Edith Düsing und Albrecht Fürst zu Castell-Castell.

„Beide Organisationen bekämpfen unter dem Denkmantel von so genannten Hilfsangeboten seit Jahren homosexuelle Lebensweisen, verbreiten unseriöse Schriften, die Homosexuelle als krank hinstellen, und werben mit fragwürdigen Methoden für die angebliche Heilung Homosexueller. Gleichgeschlechtliche Liebe sehen sie als Resultat einer Fehlentwicklung, deren Ursachen in schlechter Erziehung, Missbrauch und Drogenkonsum liegen soll.“, heißt es in einer Mitteilung des LSVD.

„Betroffene in Konfliktsituationen, die nach den fragwürdigen und teuren Therapien bei Wüstenstrom zusammengebrochen sind, melden sich immer wieder beim LSVD. Aus diesem Grund haben wir das Unterstützungsnetzwerk "Mission Aufklärung" gegründet, mit dem wir über solche unseriösen Angebote informieren und Opfern dieser Therapieangebote Alternativen aufzeigen.“, heißt es weiter.

Der LSVD kritisiert die Preisvergabe an die beiden Umpolungspropagandisten. Hier soll unverantwortliches Handeln belohnt werden. „Die Umpolungsangebote verletzen Menschenrechte, sie verunsichern Jugendliche und Erwachsene und sind gefährlich.“

 Auch die Bundesregierung bestätigt, dass Untersuchungen zufolge bei "Konversions"- oder "Reparations"-Therapien "bei der Mehrzahl der so therapierten Personen negative und schädliche Effekte (z. B. Ängste, soziale Isolation, Depressionen bis hin zu Suizidalität) auftraten und die versprochenen Aussichten auf 'Heilung' enttäuscht wurden."

Die Pseudo-Weisheiten solcher fundamentalistischen Ex-Gay-Organisationen werden in einigen Ländern, insbesondere in Afrika, immer wieder auch für brutale Verfolgung und homophobe Gesetzesinitiativen genutzt. Auf www.mission-aufklaerung.de sind Studien, Erlebnisberichte, Videomaterial und Rundfunkbeiträge zur Problematik zusammengefasst. Hier kommen auch Betroffene zu Wort, die diese  Konversions-Therapien abbrachen und Selbstmordgedanken entwickelten.

Bild: LSVD

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