Neuer Film im Homo-Mahnmal macht Homophobie sichtbar
Donnerstag, 26. Januar 2012 um 21:30 Uhr
MAHNMAL(PRIDE1/td) Seit Donnerstag läuft im Denkmal für die im Nationalsozialismus verfolgten Homosexuellen ein neuer Film. Der Film macht erstmals auch Homophobie sichtbar.
Im neu installierten Film sind neben küssenden Männer- erstmals auch Frauenpaare zu sehen. Außerdem zeigt er Reaktionen der Umwelt auf den Kuss gleichgeschlechtlicher Menschen. Damit macht der Film auch Homophobie zum Thema und deutet an, dass heute ein Kuss im öffentlichen Raum für Lesben und Schwule noch immer efahr bedeuten kann.
„Im nationalsozialistischen Deutschland fand eine Homosexuellenverfolgung statt, die in ihrem Ausmaß und in ihrer mörderischen staatlichen Effizienz ohne gleichen in der Geschichte ist. Deutschland hat daher eine besondere Verantwortung, Menschenrechtsverletzungen an Lesben und Schwulen entschieden entgegenzutreten. In vielen Ländern werden Lesben und Schwule heute noch verfolgt und kriminalisiert.“, erklärt Günter Dworek, Sprecher des Lesben- und Schwulenverbandes (LSVD).
„Auch in der eigenen Geschichte gibt es noch einiges aufzuarbeiten. Das Nazi-Strafrecht gegen Homosexuelle bestand in der Bundesrepublik noch jahrzehntelang fort. Der von den Nationalsozialisten 1935 massiv verschärfte Homosexuellen-Paragraph 175 blieb in der NS-Fassung bis 1969 unverändert in Kraft. Die Verfolgung durch Polizei und Justiz ging ungebrochen weiter. Das ist ein monströser Schandfleck unserer Demokratie. Wir fordern die Aufhebung der Unrechtsurteile sowie die Rehabilitierung und Entschädigung der in Deutschland wegen homosexueller Handlungen verfolgten Menschen.“, so Dworek weiter.
Das 2008 der Öffentlichkeit übergebene Denkmal soll die verfolgten und ermordeten Opfer ehren, die Erinnerung an das Unrecht wach halten und ein beständiges Zeichen gegen Intoleranz, Feindseligkeit und Ausgrenzung gegenüber Schwulen und Lesben setzen.
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