Freitag 18.05.2012 04:55:40
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Zwickauer Terrorzelle erreicht schwule Szene

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(PRIDE1/td) Die Zwickauer Terrorzelle hatte vermutlich Hilfe aus der schwulen Szene. Am Mittwoch wurde ein 31-jähriger Düsseldorfer wegen des Verdachts auf Beihilfe zum Mord verhaftet.



Der Verdächtige Carsten S. , der unter anderem in der Düsseldorfer Aidshilfe und beim Aufklärungsprojekt Herzenslust arbeitet, soll nach einem Bericht der „Rheinischen Post“ dem Terror-Trio 2002 oder 2003 Waffen mit Munition besorgt haben. Spezialkräfte der GSG9 stürmten die Wohnung des Verdächtigten, verhafteten ihn und beschlagnahmten kistenweise Material. Nach Ermittlungen der Bundesanwaltschaft soll Carsten S. billigend in Kauf genommen haben, dass die von ihm besorgten Waffen bei rechtsextremistischen Morden verwendet werden.

Carsten S. soll dem Bericht zufolge mit seiner rechtsextremen Vergangenheit bei der NSU schon im Jahr 2000 abgeschlossen haben und auch nicht mehr im rechtsextremen Umfeld aktiv gewesen sein. Bei seinen Kollegen der Düsseldorfer Aidshilfe sei zwar bekannt gewesen, dass es sich bei dem Verdächtigen um einen Aussteiger der rechten Szene handeln soll, sie beschreiben ihn aber als angenehmen Kollegen. So habe Carsten S. auch für das schwule Überfalltelefon gearbeitet, bei dem er andere Schwule zu Mobbing und Gewalt beraten hat.

In einer Stellungnahme erklärt die Düsseldorfer Aidshilfe, dass sie von der Verhaftung überrascht wurde und davon aus den Medien erfuhr. „Carsten S. ist seit 2005 Mitarbeiter der AIDS-Hilfe Düsseldorf e.V. Seine „rechte Vergangenheit“ hat er nicht verschwiegen und hat sich glaubhaft von der rechten Szene und dem damit verbundenen Gedankengut distanziert. Die Vorstände, Geschäftsführung und Mitarbeiter des gemeinnützigen Vereins und seine Projekte distanzieren sich mit aller Deutlichkeit von der rechten Szene und ihrem Gedankengut. Ihr Beileid gehört den Opfern und Hinterbliebenen aller Terroranschläge.“

Die Zwickauer Terrorzelle soll insgesamt 10 Morde, zwei Bombenattentate sowie mehrere Banküberfälle verübt haben.

Bild: BKA

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