Donnerstag 29.07.2010 23:25:14
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Schlappe für Sizzla in Berlin

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SCHLAPPE

(PRIDE1.de/td) Hin und her um Sizzla in diesen Tagen: Der homophobe Hass-Sänger aus Jamaika ist derzeit in Deutschland und versucht, Konzerte zu geben und wird dabei alles andere als freundlich empfangen, gilt doch Sizzla in Jamaika als jemand, der dazu aufruft, Homosexuelle zu ermorden.


Seit Tagen gibt es heftigen Protest aus der schwul-lesbischen Szene gegen seine Auftritte in Deutschland. Ein hin und her gab es dabei am Donnerstag in Berlin, wo Sizzla im Kesselhaus in der Kulturbrauerei auftreten sollte. Daraus wurde dann allerdings nichts: Das Konzert wurde in letzter Minute abgesagt. Bis zuletzt hatte die Location versucht, Sizzla zu einer Erklärung zu bewegen. In der Erklärung sollte Sizzla zusagen, dass er aus seiner Gage eine Akzeptanzkampagne zum Thema Homosexualität in Jamaika finanzieren wird. Mit einer Akzeptanzbroschüre und einem Internetauftritt soll dann für Toleranz und für die Menschenrechte von Lesben und Schwulen geworben werden. Sizzla sollte zudem zusichern, dabei in einem Videostatement gegen Homophobie und gegen Gewalt an Lesben und Schwulen persönlich Stellung zu beziehen. Dieses Projekt sollte binnen eines Jahres verwirklicht werden. Doch Sizzla weigerte sich bis zuletzt, sodass das Konzert dann schließlich abgesagt wurde.

Nach dieser Absage hat der Konzertveranstalter mitgeteilt, dass es eine Ausweichlocation gebe. Das Konzert sollte in Huxleys neue Welt stattfinden. Doch auch daraus wurde nichts: Wie die Konzertagentur Trinity Concerts mitteilt, hat sich der Club geweigert, den homophoben Hass-Sänger auftreten zu lassen. Die Agentur habe am Donnerstag den Auftrag bekommen, eine Location für ein Geheimkonzert zu organisieren, heißt es in der Berliner Morgenpost. Der Name des Künstlers sei darin nicht aufgeführt worden. Erst später habe man erfahren, dass es sich um Sizzla handelt. Der Vertrag sei aber rechtskräftig und könne nicht mehr gekündigt werden. Dennoch hat sich der Club aber für eine Absage entschieden.

Gegen die Auftritte in Deutschland formiert sich seit Tagen heftiger Widerstand. Der LSVD, das Schwulenzentrum Berlin und verschiedene Politiker unterstützten Demonstrationen gegen die Konzerte. Sogar der Bundestag beschäftigte sich mit Sizzla, sollte ihm doch eigentlich die Einreise nach Europa verweigert werden. Allerdings hat er in Frankreich ein Visum erhalten. Ziel des Lesben- und Schwulenverbandes bleibt es weiterhin, dafür zu sorgen, dass das Klima für Schwule und Lesben in Jamaika besser wird und dass homophobe Hass-Sänger, die zum Mord an Homosexuellen aufrufen, keine Bühne in Deutschland erhalten.
Foto:(cc)RedGold&Green,flickr.com

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