LSVD fordert Aufklärung der homophoben Morde in Honduras
Mittwoch, 23. Dezember 2009 um 13:37 Uhr
HONDURAS(PRIDE1.de/ml) Laut Berichten der US-amerikanischen Menschenrechtsorganisationen Human Rights Watch HRW und International Gay and Lesbian Human Rights Commission IGLHRC wurde am 13.12.2009 in Tegucigalpa der LGBT-Menschenrechtsverteidiger Walter Tróchez ermordet.
Er wurde auf offener Straße aus einem vorbei fahrenden Wagen beschossen und starb wenig später im Krankenhaus. Bei diesem Mord handelte es sich bereits um den 16. Mord an Lesben, Schwulen, Bisexuellen und Transgender seit dem Militärputsch vom 27. Juni 2009. Der Lesben- und Schwulenverband in Deutschland (LSVD) hat nun Bundesaußenminister Westerwelle und Bundesminister Niebel gebeten, gegenüber der honduranischen Regierung auf Aufklärung der Morde und Beendigung der Straflosigkeit zu drängen.
Der Mord an Walter Tróchez war der bislang letzte in einer ganzen Serie von Mordfällen an honduranischen LGBT-Menschenrechtsverteidigern, die in den vergangenen Monaten stattfanden. „Wir meinen, dass die Straflosigkeit dieser Verbrechen in Honduras weiteren Morden und Menschenrechtsverletzungen Vorschub leistet. Einvernehmliche homosexuelle Handlungen zwischen Erwachsenen sind in Honduras nicht strafbar. Dennoch werden LGBT in der militarisierten honduranischen Gesellschaft immer wieder Opfer von Gewalttaten, die bislang oftmals auf paramilitärische Todesschwadronen und seit dem Juni-Putsch mehr und mehr auf repressive Polizei- und Militäreinheiten zurückzuführen sind.“, so Klaus Jetz, Geschäftsführer vom LSVD.
Der LSVD fordert die Bundesregierung dazu auf, „in allen Kontakten mit Vertretern der Regierung in Tegucigalpa muss klar gemacht werden, dass die Menschenrechtsverletzungen an LGBT nicht hingenommen werden können, dass die Menschenrechte unteilbar und universell sind, dass sie selbstverständlich auch für Schwule, Lesben, Bisexuelle und Transgender gelten.“
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